30. April 2021 / Denise Kupka

Rollout des ersten Prototypen vom Projekt UNICARagil

Nach drei Jahren intensiver Arbeit ist es endlich soweit – der erste Prototyp steht auf den eigenen Rädern. Beim Rollout am Dienstag, den 27. April 2021, durfte das erste Fahrzeug der UNICARagil-Familie mit eigenem Antrieb die Werkstatthallen des ika verlassen.
[Bild: UNICARagil]

Die Fahrplattform wurde in den letzten Wochen mit einem entsprechenden Aufbaumodul kombiniert und das elektrische Bordnetz sowie die Antriebe integriert. So steht nun dieser Prototyp zur Erprobung der autonomen Fahrfunktionen zur Verfügung, drei weitere Fahrzeuge für andere Anwendungsfälle werden zeitnah folgen. Das ist ein entscheidender Meilenstein im Projekt UNICARagil. Dieses wichtige Ereignis in der Entwicklung modularer automatisierter und fahrerloser Fahrzeuge wird natürlich der aktuellen Situation entsprechend digital aufbereitet, um im Nachgang der Öffentlichkeit sowie dem Projektbeirat und –konsortium präsentiert zu werden.

Mit dem Abschluss der Hardwareintegration ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die fahrfertige Plattform wurde mit dem Aufbaumodul verheiratet und alle für den Fahrbetrieb nötigen mechatronischen Komponenten wurden integriert. Die Besonderheit dieser Fahrplattform ist ihre durchgängige Modularität und die Integration von neuartigen Dynamikmodulen, die elektronisch vernetzt den Antrieb, die Bremse und die Lenkung für jedes einzelne Rad mit Lenkwinkeln von bis zu 90° realisieren. Diese Plattform bildet die Basis für verschiedene Aufbaumodule. Je nach Verwendungszweck des Fahrzeugs werden diese zum Beispiel für den Personennahverkehr aber auch für Warentransporte maßgeschneidert.  Der fahrende Prototyp beruht auf einer innovativen Fahrzeugstruktur, die in diesem Projekt von Grund auf neu konzipiert und konstruiert wurde. Ebenso wurde die Elektrik/Elektronik-Architektur mit Großhirn, Stammhirn und Dynamikmodulen im Rahmen des Projekts neu entwickelt, ausgelegt und gefertigt, einschließlich dedizierter Steuergeräte für die Antriebs- und Lenkungsregelung. Dementsprechend wurde der Rollout im Projektkonsortium mit Spannung erwartet.

Dan Keilhoff, Projektleiter am IFS, sagt dazu: "auch wir vom IFS (der Universität Stuttgart) waren sehr auf die erste Ausfahrt gespannt, stammen doch das komplette elektrische und mechatronische Bordnetz aus unserem Institut. Auch das Stammhirn, auf dem zentrale und sicherheitskritische Funktionen laufen, wurde hier entwickelt. Vervollständigt wurde das IFS-Paket durch die Integration des thermischen Bordnetzes. Wir sind glücklich und auch stolz, dass die erste Fahrt eines UNICARagil-Fahrzeuges einwandfrei funktioniert hat."

Eindrücke zum Prototypen unter folgendem Link.

Näheres zum Projekt auch unter
Forschungsprojekte | Institut für Fahrzeugtechnik Stuttgart | Universität Stuttgart (uni-stuttgart.de).

Quelle: UNICARagil, RWTH Aachen; Dan Keilhoff, IFS 

Ingenieure des IFS  entwickelten das elektronische mechanische Bordnetz des Prototypen.
Ingenieure des IFS entwickelten das elektronische mechanische Bordnetz des Prototypen.
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